Dr. Phyto
Hallimasch (Armillaria-Wurzelfäule)
Armillaria mellea

Symptome
Pflanzen kümmern, treiben schwach, dann sterben ganze Äste oder der ganze Strauch/Baum — oft plötzlich im Sommer; unter der Rinde an der Basis und an den Wurzeln ein weißer Pilzbelag, der stark nach Pilz riecht; flache schwarze "Schnürsenkel"-Rhizomorphe ziehen durch den Boden; honigfarbene Pilze in Büscheln an der Basis im Herbst.
Leicht verwechselt mit
- Bakterienbrand der Süßkirsche
So unterscheidet man sie: Pseudomonas syringae pv. morsprunorum (Bakterienbrand) zeigt eingesunkene, dunkle Rindenkrebse an Ästen und Stamm, aus denen oft bernsteinfarbener bis klarer Gummifluss austritt (Gummosis); befallene Äste treiben aus, welken dann plötzlich und sterben vom Krebs ausgehend zurück, die Blätter bekommen eckige braune 'Schrotschuss'-Flecken. Der Schaden beginnt oberirdisch an einzelnen Ästen, die Rinde am Krebsherd ist verfärbt und riecht beim Anschneiden säuerlich. Armillaria mellea (Hallimasch) befällt Wurzeln und Wurzelhals in Bodennähe: schält man die Rinde am Stammfuß ab, findet man ein weißes, fächerförmiges Pilzgeflecht mit starkem Pilzgeruch sowie schwarze, schnürsenkelartige Rhizomorphe im Boden. Bei Armillaria geht der ganze Baum gleichmäßig von unten nach oben zurück, und im Herbst können honigfarbene Pilze büschelig am Stammfuß erscheinen.
- Rothalsbock (Aromia bungii)
So unterscheidet man sie: Aromia bungii (Rothalsbock) verrät sich durch faseriges, sägemehlartiges Bohrmehl und grobe Holzspäne, die aus Rindenrissen tief am Stamm und an den Hauptästen herausquellen, durch ovale bis runde Ausbohrlöcher (etwa 6-10 mm) und durch die glänzend schwarzen Käfer mit leuchtend orangerotem 'Halsschild' (Pronotum). Der Schaden ist Larvenfraß unter der Rinde, daher vertrocknen welkende Äste, während das Holz darunter mit kotgefüllten Gängen durchzogen ist. Armillaria mellea (Hallimasch) zeigt dagegen cremeweiße, fächerförmige Myzelhäute zwischen Rinde und Holz am Wurzelhals, schwarze schnürsenkelartige Rhizomorphen im Boden und an den Wurzeln sowie honigfarbene Pilzhüte, die im Herbst büschelig am Stammfuß stehen. Bei Armillaria ist die Rinde am Wurzelhals eingesunken und faulig, und es fehlen Insekten-Ausbohrlöcher und Sägemehl. HINWEIS: Aromia bungii ist ein prioritärer EU-Quarantäneschädling — wenn Sie den orange-halsigen Käfer, ovale Ausbohrlöcher oder Holzspan-Bohrmehl sehen, melden Sie dies sofort Ihrer nationalen Pflanzenschutzbehörde (NPPO).
- Bronze-Birkenprachtkäfer
So unterscheidet man sie: Agrilus anxius (Bronze-Birkenprachtkäfer) befällt den oberen Stamm und die Hauptäste: Achten Sie auf erhabene, rostbraune, höckerige Wülste auf der Rinde, winzige D-förmige (oben abgeflachte) Ausbohrlöcher von etwa 3-5 mm Breite und gewundene, mit Bohrmehl gefüllte Larvengänge dicht unter der Rinde, wenn man sie ablöst. Das Absterben beginnt ganz oben in der Krone und schreitet nach unten fort, mit spärlichem gelbem Laub an gestressten, oft sonnenexponierten Birken. Armillaria mellea (Hallimasch) befällt Stammbasis und Wurzeln: Löst man die Rinde am Wurzelhals, findet man flache, weiße, fächerförmige Myzelplatten, die nach Pilzen riechen, und beim Graben an der Bodenlinie schwarze, schnürsenkelartige Rhizomorphe. Im Herbst erscheinen am Stammfuß oder über den Wurzeln Büschel honigfarbener Pilze mit einem Ring am Stiel.
- Phytophthora-Wurzelhalsfäule
So unterscheidet man sie: Armillaria mellea (Hallimasch): Löst man die Rinde am Stammfuß und an den Wurzeln ab, findet man flache, fächerförmige, cremeweiße bis cremefarbene Myzelmatten mit frischem Pilzgeruch sowie schwarze, schnürsenkelartige Rhizomorphe, die durch den Boden und über die Wurzeln ziehen. Im Herbst erscheinen am Stammfuß Büschel honigfarbener Pilze mit einem Ring am Stiel. Die Fäule ist feucht und faserig. Phytophthora cinnamomi (Wurzel- und Stammfußfäule): Die Rinde am Stammfuß zeigt dunkle, eingesunkene Läsionen und eine rotbraune bis schwarze Verfärbung der inneren Rinde, oft mit einem dunklen, teils harz- oder saftaustretenden Rand zwischen totem und gesundem Gewebe. Es gibt keine weißen Fächer, keine Rhizomorphe und keine Pilze; Feinwurzeln sind geschwärzt und verfault, und der Niedergang ist auf nassen, schlecht durchlässigen oder staunassen Böden am stärksten.
- Lavendel-Wurzelfäule
So unterscheidet man sie: An einer absterbenden Thuja occidentalis erzeugen Armillaria mellea und Phytophthora nicotianae dieselbe stumpfe Vergilbung und Auslichtung der Krone, daher prüfen Sie den Wurzelhals. Bei Armillaria löst man die Rinde am Stammfuß und findet cremeweiße, fächerförmige Myzelmatten mit Pilzgeruch sowie schwarze, schnurartige Rhizomorphe im Boden und im Herbst honigfarbene Pilzbüschel am Stammgrund. Bei Phytophthora nicotianae fehlen Fächer und Rhizomorphe; stattdessen zeigt sich eine dunkle, wassergetränkte oder harzige Läsion am Wurzelhals mit rotbrauner Verfärbung unter der Rinde, fast immer auf schwerem, nassem oder staunassem Boden.
- Zypressenkrebs
So unterscheidet man sie: An Thuja occidentalis verursachen sowohl Seiridium cardinale (Zypressenkrebs) als auch Armillaria mellea (Hallimasch) eine flächige Braunfärbung und vereinzelt abgestorbene Äste, doch die entscheidenden Zeichen liegen an verschiedenen Stellen. Seiridium zeigt eingesunkene Krebsstellen an Zweigen, Ästen und am oberen Stamm, oft mit aufgerissener rotbrauner Rinde und einem typischen Austritt von klarem bis bernsteinfarbenem Harz rund um die Wunde; das Laub hinter einem umgürteten Ast wird rostbraun, während der Rest der Pflanze grün bleiben kann ('Flaggen'-Bild). Armillaria greift von unten an: schält man die Rinde am Wurzelhals und Stammfuß ab, findet man einen cremeweißen Pilzfächer (Mycel), der nach Pilz riecht, dazu schwarze schnürsenkelartige Rhizomorphe im Boden und im Herbst honigfarbene Pilzbüschel am Stammfuß; der Niedergang ist hier gleichmäßiger und die ganze Pflanze stirbt zusammen ab statt Ast für Ast.
- Asiatischer Eschenprachtkäfer
So unterscheidet man sie: An Fraxinus excelsior verursachen sowohl Agrilus planipennis (Asiatischer Eschenprachtkaefer) als auch Armillaria mellea (Hallimasch) eine von oben her ausduennende, absterbende Krone mit Wasserreisern, doch die entscheidenden Zeichen unterscheiden sich nach Ort und Form. Agrilus planipennis zeigt sich am STAMM und an den Aesten: winzige 3-4 mm grosse D-foermige (oben abgeflachte) Ausfluglocher, senkrechte Rindenrisse und S-foermig geschlaengelte Larvengaenge unter der Rinde, gefuellt mit hellem, saegemehlartigem Bohrmehl, oft mit gehacktem Spechtfrass. Armillaria mellea zeigt sich am WURZELHALS und Stammfuss: cremeweisse, faecherfoermige Myzelmatten mit Pilzgeruch unter der Rinde, flache schwarze schnuersenkelartige Rhizomorphe an den Wurzeln und im Boden sowie honigfarbene Pilzbuschel am Stammfuss im Herbst. Runde oder gar keine Locher plus weisse Faecher und Schnuersenkel = Pilz; D-foermige Locher plus Schlaengelgaenge = Kaefer.
- Eschentriebsterben (Chalara)
So unterscheidet man sie: Armillaria mellea (Hallimasch) und Hymenoscyphus fraxineus (Eschentriebsterben) lichten beide die Krone und lassen Eschenäste absterben, prüfe deshalb Stammfuß und tote Zweige. Bei Armillaria die Rinde am Wurzelhals abheben: zwischen Rinde und Holz liegt ein cremeweißer, fächerförmiger Pilzbelag, der nach Pilz riecht, schwarze schnürsenkelartige Rhizomorphen ziehen durch Boden und Wurzeln, und im Herbst brechen am Stammfuß dichte Büschel honigbrauner Pilze mit Ring am Stiel hervor. Beim Eschentriebsterben dagegen die Triebe betrachten: längliche, rautenförmige Läsionen mit dunkelbraun eingesunkener Mitte umschließen junge Triebe dort, wo ein Seitentrieb abstarb, Blattstiele und Mittelrippe verfärben sich schwarzbraun bevor das Blatt welkt, abgestorbene Äste lösen buschige Wasserreiser am Stamm aus, und im Sommer erscheinen winzige weiße gestielte Becherchen auf der vorjährigen geschwärzten Blattstiel-Streu am Boden.
- Dickmaulrüssler
So unterscheidet man sie: Sowohl Armillaria mellea (Hallimasch) als auch Otiorhynchus sulcatus (Gefurchter Dickmaulrüssler) befallen Wurzeln und Wurzelhals des Liguster, daher sieht es oberirdisch identisch aus: vergilbende Blätter, Welke, Zweigsterben und plötzlicher Zusammenbruch eines zuvor gesunden Strauchs. Zum Unterscheiden muss man graben: Armillaria zeigt flache, fächerförmige, cremeweiße Pilzgeflechte unter der Rinde am Stammfuß sowie zähe schwarze, schnürsenkelartige Stränge (Rhizomorphe) im Boden und honigfarbene, büschelig wachsende Pilze am Stammgrund im Herbst. Der Dickmaulrüssler hingegen offenbart dicke, C-förmige, beinlose weiße Larven mit braunem Kopf im Wurzelballen sowie abgefressene, stummelige Wurzeln — niemals Pilzfächer oder schwarze Schnüre. Ein nützliches oberirdisches Zeichen für den Rüssler ist der unregelmäßige Buchtenfraß am Blattrand durch die nachtaktiven Käfer, den Armillaria nie verursacht.
Behandlung
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