Dr. Phyto
Dickmaulrüssler
Otiorhynchus sulcatus
Symptome
Charakteristische U-förmige Einkerbungen an den Blatträndern (ähnlich wie Sitona an Leguminosen), C-förmige weiße beinlose Larven (bis zu 10 mm), die in Töpfen an den Wurzeln fressen, plötzlicher Pflanzenkollaps im Sommer trotz normaler Bewässerung (die Larven haben alle Wurzeln gefressen), adulte Tiere nachts beim Fressen am Laub sichtbar.
Leicht verwechselt mit
- Verticillium-Welke
So unterscheidet man sie: Verticillium dahliae (Verticillium-Welke): eine pilzliche Gefäßkrankheit, die sich oberirdisch zeigt. Welke und Vergilbung beginnen oft einseitig oder zuerst an den unteren/älteren Blättern, häufig keilförmig (V-förmig) vom Blattrand her. Zwischen den Adern entsteht blassgelbe bis braune Nekrose, während die Blätter zunächst hängen bleiben, und die Pflanze bricht über mehrere Tage allmählich zusammen, obwohl der Boden feucht ist. Das entscheidende Merkmal ist innen: Schneidet man einen unteren Stängel der Länge nach auf, zeigen sich braune bis dunkle Streifen im Leitgewebe (Gefäßverfärbung) — die Wurzeln selbst bleiben fest und unversehrt. Otiorhynchus sulcatus (Gefurchter Dickmaulrüssler): ein Insekt; der Schaden ist mechanisch, nicht im Gefäßsystem. Die plötzliche Welke entsteht durch weiße, beinlose, C-förmig gekrümmte Larven (bis etwa 1 cm, mit braunem Kopf), die die Feinwurzeln gefressen und die Rinde am Wurzelhals und an den Hauptwurzeln unter der Erde abgenagt haben. Hebt man eine welkende Pflanze an, ist der Wurzelballen locker, angefressen und zerfällt oft, mit sichtbaren Larven im Substrat; das Stängelinnere ist sauber, ohne Gefäßstreifen. Die erwachsenen Käfer (mattschwarz, ~9 mm, birnenförmig) hinterlassen nachts typische bogen-/halbmondförmige Buchten an den Blatträndern.
- Phytophthora-Wurzelhalsfäule
So unterscheidet man sie: Phytophthora cinnamomi ist ein bodenbürtiger Wasserschimmel, der Wurzel- und Stammgrundfäule verursacht: Hebt man eine welkende Rhododendron aus, sind die Feinwurzeln geschwärzt, weich und schmierig, und kratzt man die Rinde am Stammgrund an, zeigt sich ein rotbrauner bis schokoladenfarbener Fleck im inneren Holz, oft nach nassem, staunassem oder warmem Boden. Der Schaden durch Otiorhynchus sulcatus (Gefurchter Dickmaulrüssler) ist mechanisch: Im Wurzelballen sitzen dicke, beinlose, weiße, C-förmig gekrümmte Larven mit hellbraunem Kopf, die die Wurzeln abgefressen und den Wurzelhals ringeln, während die mattschwarzen, flugunfähigen Käfer nachts saubere halbkreisförmige Buchten in die Blattränder fressen. Larven im Boden und gebuchtete Blattränder bestätigen den Rüssler; weiche schwarze Wurzeln und der dunkle Fleck am Wurzelhals bestätigen Phytophthora.
- Plötzliches Eichensterben
So unterscheidet man sie: Am Rhododendron ist Phytophthora ramorum ein pilzartlicher Erreger: Achten Sie auf dunkelbraune bis schwärzliche, von der Blattspitze oder entlang der Mittelrippe ausgehende nekrotische Flecken, geschwärzte Blattstiele und Triebe sowie ein von oben nach unten fortschreitendes Welken und Triebsterben, oft nach feuchtem, mildem Wetter. Otiorhynchus sulcatus (Gefurchter Dickmaulrüssler) ist ein Insekt: Die Käfer fressen unverkennbare eckige, U-förmige Buchten in die Blattränder (nie im Blattinneren), während die beinlosen, C-förmig gekrümmten weißen Larven mit brauner Kopfkapsel die Wurzeln fressen und den Stammgrund ringeln, was die ganze Pflanze welken lässt bei intakten, nicht ausgebuchteten grünen Blättern. Entscheidend: Randkerben plus weiße Wurzellarven bedeuten Rüssler; ausbreitende dunkle Blatt- und Triebläsionen ohne Randkerben bedeuten Phytophthora. Bei Verdacht auf ramorum die Pflanze nicht bewegen.
- Pythium-Auflaufkrankheit
So unterscheidet man sie: Sowohl Otiorhynchus sulcatus (Dickmaulrüssler) als auch Pythium ultimum (Wurzelfäule / Umfallkrankheit) lassen eine Echeveria im Sommer plötzlich zusammenbrechen, weil die Wurzeln zerstört sind — darum die Pflanze immer austopfen und den Wurzelballen prüfen. Beim Dickmaulrüssler findet man dicke, beinlose, C-förmig gekrümmte cremeweiße Larven (bis 10 mm) mit brauner Kopfkapsel im Substrat, sauber abgefressene oder geschälte Wurzeln und halbmondförmige Buchten, die die nachtaktiven Käfer in die Blattränder fressen. Pythium hinterlässt keinerlei Insekten: die Wurzeln sind braun, weich und schleimig, die äußere Wurzelhaut streift sich beim Ziehen wie ein nasser Strumpf ab und lässt einen kahlen Faden zurück, die Stängelbasis ist matschig und wässrig, und der Ballen riecht sauer bis faulig. Faustregel: Larven plus eingekerbte Blätter = Rüssler; keine Larven, braune schleimige abstreifbare Wurzeln und übler Geruch = Pythium.
- Hallimasch (Armillaria-Wurzelfäule)
So unterscheidet man sie: Sowohl Armillaria mellea (Hallimasch) als auch Otiorhynchus sulcatus (Gefurchter Dickmaulrüssler) befallen Wurzeln und Wurzelhals des Liguster, daher sieht es oberirdisch identisch aus: vergilbende Blätter, Welke, Zweigsterben und plötzlicher Zusammenbruch eines zuvor gesunden Strauchs. Zum Unterscheiden muss man graben: Armillaria zeigt flache, fächerförmige, cremeweiße Pilzgeflechte unter der Rinde am Stammfuß sowie zähe schwarze, schnürsenkelartige Stränge (Rhizomorphe) im Boden und honigfarbene, büschelig wachsende Pilze am Stammgrund im Herbst. Der Dickmaulrüssler hingegen offenbart dicke, C-förmige, beinlose weiße Larven mit braunem Kopf im Wurzelballen sowie abgefressene, stummelige Wurzeln — niemals Pilzfächer oder schwarze Schnüre. Ein nützliches oberirdisches Zeichen für den Rüssler ist der unregelmäßige Buchtenfraß am Blattrand durch die nachtaktiven Käfer, den Armillaria nie verursacht.
Behandlung
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