Dr. Phyto

Lavendel-Wurzelfäule

Phytophthora nicotianae

Lavendel-Wurzelfäule — Phytophthora nicotianae
Lavendel-Wurzelfäule · Tashkoskip (CC BY-SA 4.0)

Symptome

Welke trotz feuchtem Boden, brauner unterer Stängel.

Leicht verwechselt mit

  • Bakterielle Nassfäule

    So unterscheidet man sie: Pectobacterium carotovorum (bakterielle Weichfäule) an Phalaenopsis verursacht einen weichen, matschigen, schleimigen Zusammenbruch von Blättern, Herz oder Pseudobulben, der hellbraun bis dunkelbraun wird und sich nass anfühlt; auf Druck tritt Flüssigkeit aus und es entsteht ein typischer übler, fischig-fauliger Geruch. Die Fäule breitet sich bei warm-feuchten Bedingungen extrem schnell aus, oft über Nacht, mit wasserdurchtränkten, durchscheinenden Rändern und ohne sichtbaren Schimmel. Phytophthora nicotianae (Schwarzfäule / Herzfäule) erzeugt dagegen eine festere, sich ausbreitende braun-violettschwarze Läsion, die an Basis, Herz oder Wurzeln beginnt und am Blatt aufwärts kriecht, mit scharfer dunkler Vorderkante. Sie ist weitgehend geruchlos oder nur schwach erdig und kann bei hoher Luftfeuchte einen feinen weißlichen, pilzartigen Belag am Rand zeigen; befallene Wurzeln werden schwarz und brüchig.

  • Bakterienbrand der Anthurie (Aronstabgewächse)
  • Staunässe / Überwässerung

    So unterscheidet man sie: Phytophthora-nicotianae-Fäule und einfache Staunässe (Überwässerung) am Feigenkaktus (Opuntia ficus-indica) beginnen beide als weiches, vergilbendes, wasserdurchtränktes, matschiges Gewebe, unterscheiden sich aber in Ort und Verlauf. Phytophthora beginnt typischerweise an der Erdlinie an Wurzelhals oder Triebbasis mit einer scharf begrenzten, dunkelbraun bis schwärzlich nassen Läsion, die sich nach oben und außen ausbreitet, oft mit faulig-fauligem Geruch und bei feuchten Bedingungen manchmal weißlich-grauem Schimmel oder flaumigem Bewuchs auf der kollabierten Oberfläche. Reine Überwässerung verursacht eine diffusere, gleichmäßige Erweichung und Vergilbung ganzer Triebe (oft zuerst der unteren) mit durchscheinenden, wassergetränkten Flecken, aber ohne scharfen Läsionsrand, ohne charakteristische dunkle Vorderkante und meist ohne fauligen Geruch. Beim Anschneiden der Basis: Phytophthora zeigt braune innere Gefäß-/Rindenstreifen und eine definierte Fäulnisfront, während Überwässerung allgemein matschiges, wassergesättigtes Gewebe ohne deutliche Verfärbungsgrenze aufweist.

  • Kaktuszünsler

    So unterscheidet man sie: An Opuntia ficus-indica ist Cactoblastis cactorum ein Insekt: Schneidet man ein erweichendes Cladodium auf, findet man hohle innere Frassgänge voller grünlich-brauner Kotkrümel und gesellig fressende orangerote Raupen mit dunklen Querbändern; runde Einbohrlöcher auf der Oberfläche sondern feuchten Kot ab, und das Glied bricht von innen heraus zusammen. Phytophthora nicotianae ist eine Weichfäule OHNE Insekt, ohne Gänge und ohne Kot: sie breitet sich als gleichmäßig braun bis schwarz wasserdurchtränkter Brei aus, meist beginnend an der Bodenlinie oder einer Wunde nach Nässe, und das Schnittgewebe ist durchgehend schleimig statt durchbohrt. Sieht man lebende Larven oder kotgefüllte Gänge, ist es die Motte, Cactoblastis cactorum, die in der EU nicht etabliert ist: bei Verdacht melden Sie einen Verdachtsfall Ihrer Pflanzengesundheitsbehörde.

  • Hallimasch (Armillaria-Wurzelfäule)

    So unterscheidet man sie: An einer absterbenden Thuja occidentalis erzeugen Armillaria mellea und Phytophthora nicotianae dieselbe stumpfe Vergilbung und Auslichtung der Krone, daher prüfen Sie den Wurzelhals. Bei Armillaria löst man die Rinde am Stammfuß und findet cremeweiße, fächerförmige Myzelmatten mit Pilzgeruch sowie schwarze, schnurartige Rhizomorphe im Boden und im Herbst honigfarbene Pilzbüschel am Stammgrund. Bei Phytophthora nicotianae fehlen Fächer und Rhizomorphe; stattdessen zeigt sich eine dunkle, wassergetränkte oder harzige Läsion am Wurzelhals mit rotbrauner Verfärbung unter der Rinde, fast immer auf schwerem, nassem oder staunassem Boden.

  • Thuja-Triebspitzenbräune (Kabatina)

    So unterscheidet man sie: Sowohl Kabatina thujae als auch Phytophthora nicotianae lassen das Laub von Juniperus communis braun werden, ausduennen und absterben, aber sie greifen von entgegengesetzten Enden an. Kabatina thujae ist eine Triebspitzenbraeune: einzelne, verstreute Triebspitzen (meist der einjaehrige Zuwachs) werden stumpfgruen und dann aschbraun von der Spitze her nach innen, und am Grund jedes abgestorbenen Abschnitts findet man eine kleine eingesunkene braune Laesion oder einen Krebs mit winzigen schwarzen, stecknadelkopfgrossen Fruchtkoerpern, waehrend der uebrige Strauch und die Wurzeln gesund bleiben. Phytophthora nicotianae ist eine von unten getriebene Wurzel- und Stammgrundfaeule: ganze Aeste oder die ganze Pflanze verbraeunen, verblassen und welken ziemlich gleichmaessig ohne einzelne Spitzenkrebse, die untere Stammbasis nahe der Bodenlinie zeigt dunkle, wassergetraenkte Rinde, und die Wurzeln sind geschwaerzt und faul; stark beguenstigt durch staunasse oder ueberwaesserte, schlecht entwaesserte Boeden. Wurzeln und Stammgrund freilegen und pruefen: feste weisse Wurzeln mit vereinzelt verkrebsten Spitzen sprechen fuer Kabatina, weiche schwarze faule Wurzeln und ein dunkler Stammgrund fuer Phytophthora.

  • Pythium-Wurzelfäule

    So unterscheidet man sie: An einer ZZ-Pflanze erzeugen Phytophthora nicotianae und Pythium aphanidermatum dasselbe Bild von Staunässe — vergilbende, welkende Blätter über nassem Substrat mit weichem, dunklem, matschigem Stängelgrund und faulen Wurzeln — und sind daher mit bloßem Auge nicht sicher zu unterscheiden. Tendenziell beginnt Phytophthora nicotianae häufiger als zunächst feste, dann speckige schokoladenbraune bis schwärzliche Läsion am Wurzelhals/an der Erdlinie, die mit recht klarer dunkler Begrenzung in die unteren Blattstiele aufsteigt; faule Wurzeln behalten eine äußere 'Haut', die sich vom festen inneren Kern abstreifen lässt. Pythium aphanidermatum ist typischerweise ein schnellerer, schleimigerer Zusammenbruch der feinen Saugwurzeln und Wurzelspitzen, die wässrig hellbraun werden und zerfallen, wobei sich die äußere Rinde als nasser Schlauch ablöst und nackte fadenförmige Zentralstränge zurücklässt — begünstigt durch warmen, wassergesättigten Boden. Da sich diese Merkmale stark überschneiden, gilt die Bestimmung als unbestätigt: nur ein Labortest (Kultur, ELISA oder PCR an den Wurzeln) trennt beide zuverlässig.

Behandlung

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