Dr. Phyto
Bakterielle Nassfäule
Pectobacterium carotovorum
Symptome
Wassergetränkte dunkle Flecken an Zwiebeln/Köpfen/Knollen, die schnell schleimig und übelriechend werden, vollständige Verflüssigung des inneren Gewebes, charakteristischer starker fischiger/schwefliger Geruch des faulenden Gewebes, Infektionen breiten sich im Lager rasch aus, wenn nicht getrennt wird, Wärme und Feuchtigkeit beschleunigen die Fäule innerhalb weniger Tage bis zum Totalverlust der gesamten Kiste.
Leicht verwechselt mit
- Schwarzbeinigkeit / Nassfäule
So unterscheidet man sie: Beide sind Weichfäule-Bakterien der Kartoffel. Pectobacterium atrosepticum: klassische Schwarzbeinigkeit, eine tintenschwarze, schleimige Fäule, die von der Mutterknolle aus die Stängelbasis hinaufsteigt, begünstigt durch KÜHLE, nasse Bedingungen früh in der Saison. Pectobacterium carotovorum: eine wässrige Weichfäule der Knollen unter WÄRMEREN Bedingungen (Feld und Lager), weniger an die Stängelbasis gebunden; behandeln Sie beide durch Entfernen fauler Knollen und Verbesserung der Drainage/Luftzirkulation.
- Weißfäule der Zwiebel
So unterscheidet man sie: Sclerotium cepivorum (Weißfäule der Zwiebel) zeigt ein dichtes, watteartiges WEISSES Pilzgeflecht über Zwiebelbasis und Wurzeln, durchsetzt mit winzigen runden schwarzen Sklerotien in Mohnsamengröße. Die Fäule bleibt relativ fest und trocken und riecht nicht streng; befallene Pflanzen vergilben von den Blattspitzen her und brechen feldweise in deutlichen Nestern zusammen. Pectobacterium carotovorum (bakterielle Nassfäule) verwandelt die Zwiebel dagegen in einen nassen, schleimigen, creme- bis braunfarbenen Brei, der schon bei leichtem Druck zerfällt und stark übel und faulig riecht. Es gibt kein weißes Myzel und keine schwarzen Sklerotien; die Nassfäule breitet sich bei warmer, nasser, schlecht entwässerter Witterung und nach mechanischer Beschädigung oder Schädlingsfraß am schnellsten aus.
- Adernschwärze der Kohlpflanzen
So unterscheidet man sie: Die Nassfäule (Weichfäule) erscheint als weicher, wässriger, matschiger Fleck, der sich rasch ausdehnt und das Gewebe zu einer schleimigen, cremefarben bis braunen nassen Masse verflüssigt — der Kopf oder die Strunkbasis bricht zusammen und lässt sich zerdrücken. Das untrügliche Zeichen ist ein starker, übler, fauliger Geruch durch den Gewebezerfall, ohne V-förmiges Muster und ohne geschwärzte Adern; die Fäule ist strukturlos und breitet sich in alle Richtungen aus. Sie gedeiht in nassem, schlecht belüftetem, gequetschtem oder frostgeschädigtem Gewebe, und die Oberfläche glänzt oft vom schleimigen bakteriellen Ausfluss. Die Schwarzadrigkeit (Adernschwärze) zeigt charakteristische V-förmige Läsionen, die am Blattrand beginnen und mit der Spitze zur Mittelrippe zeigen; das Gewebe innerhalb des V wird erst gelb, dann braun und papierartig. Das diagnostische Merkmal sind geschwärzte Leitbündel: Schneidet man Blattstiel oder Strunk an, ist der Gefäßring braun bis schwarz verfärbt, und die Blattadern treten als schwarzes Netz innerhalb des gelben Keils hervor. Sie breitet sich bei warm-feuchtem Wetter aus, doch das faulende Gewebe bleibt vergleichsweise trocken und bildet KEINEN übelriechenden schleimigen Ausfluss. Die Läsionen folgen den Adern und breiten sich nicht als strukturloser nasser Fleck aus.
- Lavendel-Wurzelfäule
So unterscheidet man sie: Pectobacterium carotovorum (bakterielle Weichfäule) an Phalaenopsis verursacht einen weichen, matschigen, schleimigen Zusammenbruch von Blättern, Herz oder Pseudobulben, der hellbraun bis dunkelbraun wird und sich nass anfühlt; auf Druck tritt Flüssigkeit aus und es entsteht ein typischer übler, fischig-fauliger Geruch. Die Fäule breitet sich bei warm-feuchten Bedingungen extrem schnell aus, oft über Nacht, mit wasserdurchtränkten, durchscheinenden Rändern und ohne sichtbaren Schimmel. Phytophthora nicotianae (Schwarzfäule / Herzfäule) erzeugt dagegen eine festere, sich ausbreitende braun-violettschwarze Läsion, die an Basis, Herz oder Wurzeln beginnt und am Blatt aufwärts kriecht, mit scharfer dunkler Vorderkante. Sie ist weitgehend geruchlos oder nur schwach erdig und kann bei hoher Luftfeuchte einen feinen weißlichen, pilzartigen Belag am Rand zeigen; befallene Wurzeln werden schwarz und brüchig.
- Möhrenfliege
So unterscheidet man sie: Pectobacterium carotovorum (bakterielle Weichfäule) zeigt einen schleimigen, nassen, strukturlosen Zerfall der gesamten Möhrenwurzel — das Gewebe sinkt zu einem weichen, creme- bis hellbraunen Brei zusammen, riecht stark faulig und stinkend, ohne klare Gänge und oft mit wässrigem Austritt an der Oberfläche. Die Larven von Psila rosae (Möhrenfliege) bohren dagegen schmale, rostbraune bis rötliche Gänge dicht unter der Schale und durch das Fleisch, mit festem, intaktem Gewebe zwischen den Gängen und manchmal sichtbaren kleinen blassen Maden (bis ~8 mm) im Inneren. Das verräterische Merkmal: Weichfäule ist diffuser Brei mit fauligem Gestank, Möhrenfliege dagegen trockenes, festes Gewebe, durchzogen von deutlichen, gewundenen rostfarbenen Gängen. Sekundäre Weichfäule kann später die Fraßgänge besiedeln — prüfe daher, ob die Kanäle noch feste Wände haben (Fliege) oder bereits zu allgemeinem Schleim zerfallen sind (Bakterium).
- Grauschimmel
So unterscheidet man sie: Botrytis cinerea (Grauschimmel) und Pectobacterium carotovorum (bakterielle Weichfäule) beginnen beide als blasses, wässrig durchtränktes, zusammenfallendes Gewebe an Schnittlauchblättern und an der Blattbasis, unterscheiden sich aber innerhalb von ein bis zwei Tagen deutlich. Botrytis bleibt relativ trocken und bildet auf dem absterbenden Gewebe einen pelzigen graubraunen, samtigen Schimmel, oft mit hellbraunen papierartigen Läsionen und winzigen schwarzen Sklerotien, und breitet sich bei kühlfeuchter Luft von der Blattspitze nach unten aus. Die Weichfäule durch Pectobacterium macht das Gewebe matschig, schleimig und nass mit einem starken üblen, fischig-fauligen Geruch, beginnt meist an der verletzten Blattbasis oder am Zwiebelhals und tritt beim Drücken als trübe Flüssigkeit aus, ohne grauen Pelz. Faustregel: grauer Samt und muffiger Geruch bedeutet Botrytis, ein schleimiger Zusammenfall mit stinkendem Geruch bedeutet bakterielle Weichfäule.
- Iris-Blattfleckenkrankheit
So unterscheidet man sie: Ein Blattpilz, der zahlreiche einzelne, ovale bis elliptische Flecken über die grüne Blattspreite der Bart-Iris verteilt. Junge Flecken sind klein, braun, oft mit wassergetränktem Rand und gelbem Hof; mit dem Alter werden die Zentren grau-braun und tragen mitunter einen feinen dunkel olivgrünen Sporenrasen. Das Blatt bleibt fest und trocken — das Gewebe bricht nicht zusammen, und es riecht nicht. Der Befall sitzt am oberen und mittleren Blatt, Rhizom und Fächerbasis bleiben intakt. Eine bakterielle Nassfäule, die das Rhizom und die Basis des Blattfächers befällt, nicht die Blattspreite. Die befallene Basis wird nass, weich und matschig, die Blätter vergilben von unten nach oben und der ganze Fächer lässt sich fast widerstandslos herausziehen. Die Fäulnis ist schleimig und verströmt einen starken, faulig stinkenden Geruch. Anders als die festen trockenen Flecken des Pilzes ist dies ein nasser Zusammenbruch unten an der Pflanze und an der Bodenlinie.
Behandlung
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