Dr. Phyto

Schneeschimmel

Microdochium nivale

Schneeschimmel — Microdochium nivale
Schneeschimmel · I.Sáček, senior (CC0)

Symptome

Flecken abgestorbener Keimlinge, die nach der Schneeschmelze auftreten, rosa-weißes, flauschiges Myzel, das die Pflanzen an kalten, feuchten Morgen überzieht, überlebende Pflanzen sind kümmerlich mit brauner Halsbasisfäule.

Leicht verwechselt mit

  • Dollarflecken (Rasenkrankheit)

    So unterscheidet man sie: Clarireedia jacksonii (Dollarflecken) zeigt kleine, scharf abgegrenzte, eingesunkene strohfarbene Flecken etwa von der Größe eines Silberdollars; die Blätter tragen markante hellbraune Läsionen mit einem dunkleren rotbraunen Rand, oft sanduhrförmig über das Blatt eingeschnürt, und am frühen Morgen kann ein feines weißes, spinnwebartiges Myzel die Stelle überziehen. Microdochium nivale (Microdochium-Flecken / rosa Schneeschimmel) bildet größere, diffusere kreisrunde bleich-braune Flecken, die zusammenfließen können, und entwickelt bei kühl-nassen Bedingungen einen lachsrosa bis orangefarbenen Schimmer am Rand mit schleimigem, verfilztem Aussehen statt scharf gebänderter Läsionen. Dollarflecken bevorzugen warme Tage mit kühlen, taufeuchten Nächten und niedrigen Stickstoffwerten, während Microdochium kalte, anhaltend nasse oder schneebedeckte Rasenflächen bevorzugt. Die sanduhrförmig gebänderte Blattläsion deutet auf Clarireedia, rosa umrandete verfilzte Flecken auf Microdochium.

  • Rotspitzigkeit (Rasenkrankheit)

    So unterscheidet man sie: Rotspitzigkeit (Laetisaria fuciformis) und Schneeschimmel/Mikrodochium-Flecken (Microdochium nivale) bleichen Deutsches Weidelgras beide zu hellbraunen Flecken mit rosa getöntem Myzel, doch achten Sie auf die Blattspitzen und die Fleckenform. Laetisaria fuciformis bildet unverwechselbare korallenrosa bis rote, fadenförmige oder geweihartige Sklerotienstränge (Stromata), die 2-5 mm über die absterbenden Blattspitzen hinausragen, dazu watteartiges rosa Myzel in unregelmäßigen, oft ausgefransten Flecken von wenigen Zentimetern, typisch bei kühlfeuchtem Wetter auf stickstoffarmem Rasen. Microdochium nivale erzeugt dagegen annähernd kreisrunde, glatt begrenzte Flecken bis 30 cm, die von wassergetränkt dunkelgrün zu strohbraun umschlagen, mit einem schleimigen lachsrosa bis weißen Myzelring nur am feuchten Rand und OHNE rote Fäden an den Blattspitzen, begünstigt durch kaltnasse Bedingungen oder Schneedecke.

  • Echter Mehltau an Gerste

    So unterscheidet man sie: Der Gerstenmehltau bildet oberflaechliche, trockene, mehlig-weisse bis graue Pusteln, die OBEN auf der Blattflaeche sitzen, vor allem auf der Oberseite der unteren Blaetter und Blattscheiden. Der Belag ist pulvrig und laesst sich wie feines Mehl leicht abwischen, darunter bleibt gruenes Blattgewebe sichtbar. Aeltere Kolonien werden filzig graubraun mit winzigen schwarzen Punkten (Kleistothezien). Er gedeiht bei mildem, trockenem bis feuchtem Wetter (15-22 C) ohne freies Wasser; die Flecken bleiben als erhabene Bueschel lokal begrenzt statt als flacher Film. Der Rosa Schneeschimmel bildet einen flachen, watteartigen, spinnwebenartigen Myzelteppich, der ganze Blaetter und die Bestockungszone niederdrueckt, mit einem typischen lachsrosa bis rosa-weissen Farbton, besonders am vorwachsenden Rand. Er ist schmierig und filzig (nicht staubig) und laesst sich nicht als Pulver abwischen; das Gewebe darunter ist wasserdurchtraenkt, faulend und gebleicht. Er tritt bei kaltnassen Bedingungen auf, klassisch nach der Schneeschmelze oder bei laengeren kuehl-feuchten Phasen (0-8 C), und bildet grosse zusammenfliessende schleimige Flecken am Boden und Pflanzengrund statt einzelner erhabener Pusteln.

  • Septoria-Blattdürre

    So unterscheidet man sie: Achten Sie auf wassergetränkte, ovale bis augenförmige hellbraune Flecken, die NICHT auf den Bereich zwischen den Adern beschränkt sind, oft mit einem dunkleren braunen Rand und einem helleren, fast ausgebleichten Zentrum; an Keimlingen verursacht es Auflaufkrankheit und rotbraune Fuß-/Halmfäule. Das entscheidende Merkmal ist rosa bis lachsfarbenes oder weißliches, flauschiges Myzel mit Sporodochien auf der Läsionenoberfläche bei kaltem, nassem Wetter (klassisch beim Abtauen von Schnee), niemals schwarze Pünktchen. Er bevorzugt sehr kalte, durchnässte Böden und Schneedecke und tötet häufig ganze Blattspitzen und Jungpflanzen ab, statt saubere, aderbegrenzte Streifen zu bilden. Achten Sie auf längliche, eckige Läsionen, die zwischen den Blattadern verlaufen (durch die Adern begrenzt) im unteren und mittleren Blattbereich; sie beginnen als blassgelbe Flecken und werden zu hellbraunen bis graubraunen, rechteckigen Blattflecken. Das entscheidende Merkmal sind die Reihen winziger schwarzer Pünktchen (Pyknidien), die in das abgestorbene Gewebe eingebettet und linienförmig entlang der Läsion angeordnet sind; sie sind mit der Lupe sichtbar und sondern bei Nässe cremefarbene Sporen ab. Die Krankheit breitet sich durch Regenspritzer bei kühlem, nassem, feuchtem Frühjahrswetter nach oben aus, und die Läsionen haben recht gerade, zu den Adern parallele Ränder.

  • Ährenfusariose

    So unterscheidet man sie: An der Weizenaehre bleicht Fusarium graminearum ganze Aehrchen oder den Aehrenteil oberhalb der Infektionsstelle aus; bei feuchtem Wetter erscheinen lachsrosa bis orangefarbene Sporodochien (klebrige Sporenlager) auf den Spelzen und der Spindel. Befallene Koerner schrumpfen zu kreidig weiss-rosa 'Tombstone'-Koernern. Im Keimlingsstadium verursacht er Braunfaeule von Koleoptile und Halmgrund, gefoerdert durch warme, nasse Bedingungen (etwa 20-30 C) zur Bluete. Microdochium nivale ist ein Kuehle-Witterung-Erreger: die Aehrensymptome sind eine gleichmaessigere Braunung/Bleichung mit weniger leuchtendem Orange, und der Pilzbelag ist weisslich-rosa und filzig statt der polsterartigen orangen Sporodochien von Fusarium. Bekannt ist er vor allem fuer den Rosa Schneeschimmel - runde graurosa, wassergetraenkte, verklebte Blattflecken, die beim Abtauen des Schnees auftreten (0-5 C). An Keimlingen verursacht er Auflaufkrankheit vor und nach dem Auflaufen in kalten, nassen Boeden - der entgegengesetzte Temperaturbereich zu F. graminearum.

Behandlung

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