Dr. Phyto

Heidelbeer-Monilinia

Monilinia vaccinii-corymbosi

Symptome

Plötzliches Welken und Bräunen junger Heidelbeertriebe im Frühjahr (das diagnostische Hauptsymptom), blühende Triebe geschwärzt und abfallend, Früchte werden zur Ernte durch grau-weisse, kürbisförmige Mumien ersetzt (sieht aus, als wäre die Beere mit grauer Farbe besprüht worden), Mumien fallen zu Boden und überleben den Winter.

Leicht verwechselt mit

  • Kirschessigfliege

    So unterscheidet man sie: An der Heidelbeere (Vaccinium corymbosum) verursacht Drosophila suzukii (Kirschessigfliege) eine nasse, weiche Fäule: reife Beeren fallen in sich zusammen und tropfen Saft, die Haut zeigt winzige Einstichnarben/Dellen des Legestachels, und beim Aufreißen einer Beere findet man kleine weiße, beinlose Maden im Fruchtfleisch. Monilinia vaccinii-corymbosi (Mumienbeere) verursacht eine Trockenfäule: befallene Früchte werden von grün zu hellbraun/graurosa, schrumpfen und verhärten zu einer runzligen, gerippten 'Mumie' OHNE Insekt im Inneren, die oft am Strauch haftet oder zu Boden fällt. Auf Maden und nässende Weichheit achten für die Fliege; auf eine harte, vertrocknete, hohle braune Mumie (und früher geschwärzte, welke Triebspitzen und Blüten) für den Pilz.

  • Stängelfäule der Heidelbeere

    So unterscheidet man sie: Botryosphaeria dothidea (Stängelbrand) tötet ganze einzelne Triebe, die plötzlich welken — die Blätter werden braun bis rötlich, bleiben aber hängen — und beim Aufschneiden der Rinde zeigt sich eine scharf keilförmige rotbraune Verfärbung, die von einer Wunde oder Schnittstelle das Holz hinabläuft, meist an älteren oder gestressten Trieben im Sommer. Monilinia vaccinii-corymbosi (Mumienbeere) befällt dagegen das weiche Frühjahrswachstum: junge Triebe und Blütenbüschel welken und krümmen sich zu einem braunen 'Hirtenstab', das absterbende Gewebe zeigt oft eine dunkle Mittelader, und bei feuchtem Wetter überzieht ein pulvriger graubrauner Pilzstaub (Konidien) die befallenen Triebe; später schrumpfen befallene Früchte zu harten grauen 'Mumien'. Die graue Sporenmasse auf zusammengebrochenen jungen Trieben und die mumifizierten Beeren sind nur für Monilinia typisch; eine innere keilförmige Holzverfärbung an welkenden älteren Trieben deutet auf Botryosphaeria.

  • Grauschimmel

    So unterscheidet man sie: An Vaccinium myrtillus verursachen sowohl Botrytis cinerea (Grauschimmel) als auch Monilinia vaccinii-corymbosi (Mumienbeere, Triebbefalls-Phase) bei kühl-feuchtem Frühlingswetter eine Blüten- und Jungtriebfäule, weshalb das Frühstadium leicht verwechselt wird. Die Mumienbeere zeigt das schärfere Muster: Der junge Trieb welkt plötzlich zum Hirtenstab-Haken, färbt sich dunkel schokoladenbraun, und die Nekrose zieht den Blattstiel hinab und entlang der Blattmittelrippe und Hauptadern in einem typischen keilförmigen 'Eichenblatt'-Muster aus, überzogen von einer dünnen, pudrigen grau-beigen Sporenschicht direkt an der Mittelrippe; Wochen später werden die grünen Beeren zu harten, aschgrauen, kürbisartig gerippten Mumien, die zu Boden fallen. Botrytis dagegen überzieht zusammengefallene Blüten und weiche Triebspitzen mit reichlichem, flauschigem, mausgrauem Pelz, den man zu einer Wolke aufstäuben kann, mit weicher, wässrig-brauner Fäule statt mittelrippen-begrenzter Nekrose, und fault die Frucht zu weichem, grau-pelzigem Brei — nie zur harten gerippten Mumie. Ein dicker samtiger grauer Belag über toten Blüten ist Botrytis; ein gekrümmter dunkler Trieb mit grauen Sporen entlang der Mittelrippe ist Mumienbeere.

Behandlung

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