Dr. Phyto

Amerikanische Fruchtfäule

Monilinia fructicola

Symptome

Weiche braune Faulstellen an reifenden und reifen Früchten, charakteristische hellbraune, pudrige Sporenpolster auf der Fäulnisoberfläche, die Frucht schrumpft zu einer harten schwarzen Mumie und bleibt am Zweig haften, Blütenmonilia im Frühjahr (Zusammenbruch ganzer Blütenstände), Gummifluss und Krebse am Grund befallener Zweige.

Leicht verwechselt mit

  • Europäische Spitzendürre

    So unterscheidet man sie: Beide verursachen Braunfäule. Monilinia laxa: vorherrschend in Europa, hauptsächlich Blüten- und Zweigdürre früh in der Saison, braune, zusammengefallene Blüten und Triebe mit Krebsstellen. Monilinia fructicola: eine aggressivere, sich schnell ausbreitende Art, die rasche Fruchtfäule mit konzentrischen Ringen aus grau-beigen Sporenpolstern (Sporenkissen) verursacht; sie ist inzwischen in ganz Südeuropa weit verbreitet und ist KEIN Unions-Quarantäneschädling oder meldepflichtiger Schädling (sie steht nur auf der EPPO-A2-Warnliste, nicht reguliert unter EU 2019/2072), sodass keine offizielle Meldung erforderlich ist – behandeln Sie sie wie jede Braunfäule mit Hygiene, Entfernung mumifizierter Früchte und Krebsstellen sowie schützenden/heilenden Fungiziden.

  • Fruchtfäule (Monilinia fructigena)

    So unterscheidet man sie: Beide Pilze verursachen Braunfäule an Aprikosen mit konzentrischen Ringen aus polsterartigen, beige-braunen Sporenlagern (Sporodochien) auf der faulenden Frucht, sodass das Fruchtsymptom allein keine Unterscheidung erlaubt. Die häufige Monilinia fructigena bildet eher beige bis ockergraue Sporodochien, breitet sich meist langsamer aus und schädigt vor allem reife und verletzte Früchte spät in der Saison; mumifizierte Früchte bleiben am Baum hängen. Die Quarantäneart Monilinia fructicola ist in der Regel aggressiver: sie verursacht rasch fortschreitende Fruchtfäule, reichlich feine grau-braune Sporenmassen sowie Blütenbräune mit gummiartigen Krebsstellen und Triebsterben an blühenden Zweigen, oft früh in der Saison. Da sich die sichtbaren Zeichen stark überschneiden, lassen sich beide im Feld NICHT sicher trennen — eine Laborbestätigung (Kulturmorphologie oder PCR) ist nötig, und ein Verdacht auf M. fructicola ist ein meldepflichtiger Quarantänefall.

  • Bakterielle Steinobstkrankheit

    So unterscheidet man sie: Xanthomonas arboricola pv. pruni (Bakterienfleck) zeigt an der Pfirsichfrucht viele kleine (1-3 mm), dunkelbraune bis schwarze, eckige und leicht eingesunkene Flecken, oft mit Rissen, Grübchen oder teerartigem Austritt; die Läsionen bleiben fest und oberflächlich und gehen NICHT in eine Weichfäule über, und dieselben Punktflecken mit gelbem Hof erscheinen auf den Blättern. Monilinia fructicola (Monilia-Fruchtfäule) beginnt dagegen mit einer oder wenigen schnell wachsenden weichen braunen runden Faulstellen, die die ganze Frucht in wenigen Tagen erfassen und zusammenfallen lassen, und auf der faulen Oberfläche bilden sich hellbraun-graue, pudrige Sporenpolster in Ringen, bis die Frucht zu einer harten, runzeligen Mumie eintrocknet. Merkmal: unzählige winzige feste schwarze, rissige Punkte (+ Schrotschuss an Blättern) = Bakterienfleck; sich ausbreitende weiche Braunfäule mit flaumigen grau-braunen Sporenpolstern und Mumifizierung = Monilia.

  • Schrotschusskrankheit

    So unterscheidet man sie: An der Japanischen Pflaume verursachen Monilinia fructicola (Braunfäule/Moniliafäule) und Stigmina carpophila (Schrotschuss) beide früh in der Saison braune Triebläsionen und kleine dunkle Fruchtflecken. Die Braunfäule wandert von befallenen Blüten in Spieß und Trieb, bildet eingesunkene Cankers mit Gummifluss, und an der Frucht entsteht eine sich ausbreitende Weichfäule, die binnen Tagen in konzentrischen Ringen aus hellbraun-beigen, pudrigen Sporenpolstern aufbricht; die Frucht mumifiziert schließlich. Der Schrotschuss erzeugt dagegen abgegrenzte, ortsfeste Flecken mit purpurnem Rand, deren Mitte austrocknet, herausfällt und saubere runde Löcher im Blatt hinterlässt; an der Frucht bleiben die Flecken klein, fest, schorfig und oft erhaben oder korkig statt zu faulen, und die Triebläsionen tragen winzige dunkle Pünktchen (Sporodochien) ohne gummigen Zusammenbruch. Das entscheidende Zeichen: eine weiche, sich ausbreitende Fäule mit beiger konzentrischer Sporulation und mumifizierter Frucht ist Monilinia; kleine ortsfeste Schorfflecken plus echte Schrotschuss-Löcher im Blatt sind Stigmina.

  • Scharka-Virus

    So unterscheidet man sie: An der Pflaume (Prunus salicina) erzeugt das Scharka-Virus (Plum Pox Virus) flache Veränderungen der Fruchthaut: blassgelbe bis bräunliche Ringe, Bögen und verwaschene Flecken, oft mit eingesunkenen Dellen und höckriger Verformung der Frucht sowie rötlicher Verfärbung und Gummiflecken im aufgeschnittenen Fruchtfleisch — die Frucht bleibt fest und fault nicht, und dasselbe Ringmuster zeigt sich auch an den Blättern als chlorotische Ringe und Adernaufhellung. Monilinia fructicola (Braunfäule) beginnt dagegen als kleiner fester hellbrauner Fleck, der zu einer weichen, rasch wachsenden Fäule wird und binnen Tagen in konzentrischen Polstern aus pulvrigen grau-beigen Sporenlagern (Sporodochien) aufbricht, die das Virus nie bildet; befallene Früchte schrumpfen bei feucht-warmer Witterung oft zu harten, am Zweig haftenden Fruchtmumien. Merkregel: Ringe/Verformung an fester, nicht fauler Frucht UND geringelte Blätter = Virus; sich ausbreitende weiche braune Fäule mit grau-beigen Pilzpolstern = Braunfäule. Regulatorischer Hinweis: Monilinia fructicola ist hier der meldepflichtige EU-Unionsquarantäneschädling nach Anhang IIB — einen Verdachtsfall der nationalen Pflanzenschutzbehörde (NPPO) melden; das Scharka-Virus ist der endemische geregelte Nicht-Quarantäneschädling (RNQP, Anhang IV) und nicht meldepflichtig.

Behandlung

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