Dr. Phyto

Tabak-Weiße Fliege (Bemisia)

Bemisia tabaci

Symptome

Winzige weiße, mottenartige adulte Tiere fliegen von gestörten Blättern auf, klebriger Honigtau auf unteren Blättern und Früchten, sekundärer Rußtaubefall, Silbrigwerden zwischen den Blattadern bei Kürbisgewächsen, ungleichmäßige Reife bei Tomate/Paprika.

Leicht verwechselt mit

  • Baumwollblattlaus

    So unterscheidet man sie: Aphis gossypii (Baumwoll-/Melonenblattlaus): Suche an Stängeln, Triebspitzen und Blattunterseiten nach dichten, trägen Kolonien weicher, birnenförmiger, flügelloser Insekten, meist blassgelb bis dunkel blaugrün, mit zwei kleinen röhrenartigen 'Auspuffrohren' (Siphonen) am Hinterende. Sie bleiben bei Störung sitzen, hinterlassen weiße Häutungshüllen und rollen die Blätter nach unten; oft laufen Ameisen die Kolonie ab. Bemisia tabaci (Silberblatt-Weiße Fliege): Achte auf winzige, 1-2 mm schneeweiße mottenartige Insekten, deren Flügel dachartig über dem Körper liegen, dazu schuppenartige flache ovale Nymphen und gelbe Eier auf der Blattunterseite. Das eindeutige Zeichen ist eine plötzliche weiße Wolke, die beim Schütteln der Pflanze auffliegt, was Blattläuse nie tun, oft mit Silberglanz oder ungleicher Reife der Melonenfrüchte.

  • Bohnenspinnmilbe

    So unterscheidet man sie: Bemisia tabaci (Tabak-/Baumwoll-Weiße Fliege): Auf der Blattunterseite winzige (1,5 mm) mottenartige Fliegen, die ihre Flügel dachartig über dem gelblichen Körper tragen und beim Schütteln der Pflanze als kleine weiße Wolke auffliegen; entlang der Adern sitzen ovale, flache, schuppenartige durchscheinende Nymphen, dazu klebriger Honigtau und schwarzer Rußtau auf den unteren Blättern. Tetranychus urticae (Gemeine Spinnmilbe): keinerlei fliegende Insekten — nur kaum sichtbare 0,5 mm große Pünktchen (blassgrün bis orange mit zwei dunklen Flecken) auf der Unterseite, feine helle Sprenkelung, die zu einem bronzefarbenen/silbrigen, sandgestrahlten Aussehen wird; verräterisch sind feine Spinnfäden an Blattspitzen und zwischen den Trieben, am schlimmsten bei heißer, trockener Witterung. Honigtau/Rußtau deutet auf Weiße Fliege, Gespinst und bronzener Schimmer auf Milben.

  • Gurken-Mosaikvirus
  • Echter Mehltau an Kürbisgewächsen

    So unterscheidet man sie: Bemisia tabaci (Weiße Fliege) zeigt winzige mottenartige weiße Adulte, die beim Schütteln des Blattes als Wolke auffliegen, sowie unbewegliche blassgelbe, schildlausartige Nymphen auf der Blattunterseite; der weiße Belag lässt sich abwischen, hinterlässt klebrigen Honigtau, und untere beschattete Blätter werden oft von Rußtau schwarz. Podosphaera xanthii (Echter Mehltau der Kürbisgewächse) ist dagegen ein trockener, talkartiger weißer Pilzbelag, der als runde, pudrige Flecken auf der OBERSEITE der Blätter und an Stängeln beginnt, zu filzigen Flecken verschmilzt, nicht wegfliegt und weder Honigtau noch Insekten hinterlässt. Fliegt nichts auf und ist der Belag eine trockene Matte aus runden Flecken, ist es der Mehltau; steigt eine weiße Wolke auf und findet man schildartige Nymphen und klebrigen Belag, ist es die Weiße Fliege.

  • Papaya-Ringfleckenvirus

    So unterscheidet man sie: An der Papaya zeigt das Papaya-Ringspot-Virus (PRSV) ein systemisches Blattmosaik mit hellgrün-gelber Sprenkelung, Aufhellung der Blattadern und auffällig schmalen, fadenförmigen ('Schnürsenkel') oder blasig verformten Jungblättern sowie dunkle, ölig wirkende Ringflecken und Striche auf Blattstielen und oberem Stamm — jedoch ohne jedes Insekt, ohne Schildchen und ohne klebrigen Belag. Bemisia tabaci (Tabak-Weiße Fliege) hinterlässt dagegen direkte sichtbare Spuren: beim Berühren der Pflanze fliegen Wolken winziger, etwa 1 mm großer weißer, mottenähnlicher Tiere auf, und auf der BLATTUNTERSEITE sitzen flache, ovale gelblich-weiße Schildchen (Larven); der Schaden ist eine unregelmäßige chlorotische Punktierung mit nach unten eingerolltem Blatt, klebrigem Honigtau und schwarzem Rußtaupilz auf der Blattoberseite. Faustregel: Blätter umdrehen und das Laub antippen — lebende Weiße Fliegen, Schildchen und klebriger Rußtau bedeuten Bemisia, während saubere Blätter mit Mosaik, Adernaufhellung und geringelten öligen Stielstrichen ohne Insekten auf PRSV hinweisen. Außereuropäische Populationen von Bemisia tabaci sind ein EU-Quarantäneschädling (Verordnung (EU) 2019/2072 Anhang II) — finden Sie die Weiße Fliege, melden Sie dies Ihrer nationalen Pflanzenschutzbehörde (NPPO); PRSV selbst ist kein EU-meldepflichtiger Quarantäneorganismus.

  • Wandelröschen-Netzwanze

    So unterscheidet man sie: Auf Lantana camara übersäen beide Schädlinge die Blattoberseite mit blassgelben Sprenkeln und hinterlassen dunkle Beläge auf der Unterseite, doch die Insekten und Beläge unterscheiden sich. Bemisia tabaci (Tabak-Mottenschildlaus) zeigt winzige weiche 1 mm schneeweiße mottenartige Adulte, die beim Schütteln des Blattes als flatternde Wolke aufsteigen, dazu blasse flache ovale Schildchen unterseits; ihr Belag ist ein klebrig-glänzender Honigtau-Film, der zu durchgehendem schwarzem Rußtau wird und Ameisen anlockt. Teleonemia scrupulosa (Lantana-Netzwanze) hat dagegen flache, dunkelbraune bis schwärzliche 3-4 mm Adulte mit durchsichtigen, netzartig strukturierten Flügeln, die flach am Blatt anliegen und NICHT wegfliegen; ihr Belag besteht aus einzelnen lackartigen teerschwarzen Kotpünktchen und torpedoförmigen, festgeklebten Eiern an der Unterseite; starker Befall bräunt und verbronzt ganze Blätter und entlaubt den Strauch, statt einen klebrig-glänzenden Überzug zu hinterlassen. Mottenschildlaus = weiße fliegende Wolke + klebriger Rußtau-Glanz; Netzwanze = sitzende netzartige Flachwanzen + trockene schwarze Punkte + Verbronzung.

  • Geranienrost

    So unterscheidet man sie: Auf Geranie (Pelargonium × hortorum) beginnen beide oft als blasse gelbe Sprenkel auf der Blattoberseite, deshalb das Blatt immer umdrehen und an der Pflanze klopfen. Geranienrost (Puccinia pelargonii-zonalis) bildet klar abgegrenzte runde gelbe Flecken, deren Unterseite erhabene konzentrische Ringe aus zimt- bis rotbraunen, pulvrigen Sporenpolstern trägt, die am Finger rostig abfärben; beim Schütteln bleibt die Pflanze ruhig. Die Tabak-Weiße Fliege (Bemisia tabaci) verursacht dagegen diffuse helle Punktierung oder Marmorierung mit klebrigem, glänzendem Honigtau und schwarzem Rußtau, und winzige weiße, mottenartige adulte Tiere sowie flache, durchscheinende, schildlausartige Larven sitzen auf der Unterseite und fliegen bei Störung auf. Pulvrige braune Ringe unter intakten Flecken = Rost; auffliegende weiße Insekten, Honigtau und Rußtau = Weiße Fliege.

Behandlung

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