Weisser Belag auf Eichenblaettern und Johannistrieben

Fotografieren Sie den befallenen Trieb, beantworten Sie ein paar Rueckfragen und erhalten Sie eine benannte Diagnose mit angegebenem Konfidenzniveau samt datiertem Massnahmenplan.

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2019/2072
EU-Verordnung mit den meldepflichtigen Quarantaeneorganismen
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Nutzergruppen: Hobby, Profi, Behoerden, Berater

So sieht der Belag auf dem Eichenblatt wirklich aus

Der Eichenmehltau liegt vor allem auf der Blattoberseite als duenner, mehliger, graustichig weisser Film, den man mit dem Finger abwischen kann. Zuerst sind es einzelne Flecken, als haette jemand das Blatt bepudert, spaeter fliessen sie zusammen und ganze Blaetter wirken stumpf und filzig.

Junges Blattgewebe reagiert deutlich heftiger als ausgehaertetes. Die Blaetter bleiben klein, rollen ein, kraeuseln sich entlang der Mittelrippe oder verfaerben sich bronzefarben und fallen vorzeitig ab. Im Spaetsommer sitzen oft winzige dunkle Punkte im weissen Belag, die Ueberwinterungsorgane des Pilzes.

An hohen Baeumen beginnt es haeufig in der schattigen unteren Krone und an Stammausschlaegen. Genau dort sieht man es vom Boden aus zuerst.

Warum es die Johannistriebe am haertesten trifft

Viele Eichen schieben im Frueh- bis Hochsommer einen zweiten Austrieb, den Johannistrieb. Dieses weiche, hellgruene Gewebe erscheint genau dann, wenn der Sporendruck in der Luft hoch ist und die Naechte feuchter werden. Es wird daher viel staerker besiedelt als das Fruehjahrslaub je war.

Richtig unangenehm wird das Bild, wenn der Baum vorher schon einmal entlaubt wurde, etwa durch blattfressende Raupen oder durch Spaetfrost. Der Johannistrieb ist dann die Reserve des Baumes, und wenn dieses Ersatzlaub weiss wird und abfaellt, ist das etwas anderes als ein wenig Staub auf altem Laub.

Wiederholt sich das ueber Jahre und kommen Trockenheit, verdichteter Boden oder Wurzelschaeden von Bauarbeiten hinzu, geht es mit einer jungen oder schon geschwaechten Eiche bergab. Ein einzelner staubiger Sommer an einem etablierten Baum ist dagegen ein Schoenheitsfehler. Aus einer vagen Beschreibung laesst sich das nicht unterscheiden, deshalb zaehlt das Foto.

Was regelmaessig damit verwechselt wird

Honigtau von Blattlaeusen und die darin wachsenden Russtaupilze hinterlassen ebenfalls einen Belag, dieser ist aber klebrig und dunkelt nach, statt sich trocken abwischen zu lassen. Seidiges weisses Gespinst mit Raupen darin ist gar kein Pilz und deutet auf einen Blattfresser hin, der eine voellig andere Antwort braucht.

Kalkraender nach Beregnung von oben, Spritzbelaege, Wachs von Schildlaeusen und beginnender Blattrandbrand werden uns regelmaessig als Mehltau gemeldet. Erst die Abgrenzung entscheidet darueber, ob eine Massnahme sinnvoll ist oder am falschen Problem ansetzt.

Dr. Phyto nennt immer mit, wie sicher die Zuordnung ist, statt ein Ergebnis als gesetzt zu behaupten, und fragt nach einem zweiten Bild, wenn das erste zu wenig Detail hergibt.

Was Sie tun koennen und wo die Grenzen liegen

Das meiste Wirksame ist Kulturfuehrung: Licht und Luft in die Krone bringen, das Laub nicht abends von oben benetzen, keine starken Stickstoffgaben, die weiches Gewebe treiben, und bei Jungpflanzen und Baumschulware befallenes Falllaub aufnehmen statt es unter der Pflanze liegen zu lassen.

Zu Pflanzenschutzmitteln sagen wir bewusst keine Produktnamen. Zulassungen unterscheiden sich von Land zu Land, und ein in einem Mitgliedsstaat zugelassenes Mittel kann bei Ihnen unzulaessig sein. Pruefen Sie das Verzeichnis Ihrer zustaendigen nationalen Behoerde, besprechen Sie es mit einem Agronomen oder fragen Sie uns direkt.

Dr. Phyto sichert keine Genesung zu. Wenn die Befunde sagen, dass eine Pflanze nicht mehr zu retten ist, steht genau das im Plan. Und wenn eine Diagnose in Richtung eines in der Verordnung (EU) 2019/2072 gelisteten Organismus weist, gilt die Meldepflicht an die zustaendige nationale Behoerde uneingeschraenkt: befallenes Material darf nicht selbst verbracht, verkauft oder entsorgt werden.

Wer das bei Eichen nutzt

Hobbygaertner mit junger Eiche, Hecke oder Kuebelbaum bekommen eine verstaendliche Erklaerung und eine datierte Schrittfolge. Berufsanbauer und Baumschulen nutzen es als schnelle Ersteinschaetzung fuer einen Pflanzenblock, bevor sie entscheiden, was beprobt wird.

Behoerden und Gemeinden setzen es zur Frueherkennung an Allee- und Parkbaeumen aus Buergerfotos ein, Agronomen und Berater als schnelle Zweitmeinung und fuer die Differenzialdiagnose, wenn zwei Ursachen aehnlich aussehen.

Stirbt meine Eiche an Mehltau?

In der Regel nicht allein daran. Etablierte Eichen tragen einen staubigen Sommer oft ohne dauerhaften Schaden. Kritisch wird es, wenn der Johannistrieb Jahr fuer Jahr befallen wird und Trockenheit, Entlaubung oder Wurzelschaeden dazukommen. Eine Genesung kann niemand zusichern, und wenn der Baum nach den Befunden verloren ist, wird das im Plan auch gesagt.

Soll ich spritzen, und womit?

Wir nennen keine Mittel. Erlaubt ist nur, was in Ihrem Land zugelassen ist, in der zugelassenen Anwendung und Dosierung. Pruefen Sie das Verzeichnis Ihrer nationalen Zulassungsbehoerde, sprechen Sie mit einem Agronomen oder fragen Sie uns direkt zu Ihrer Situation.

Ist Eichenmehltau meldepflichtig?

Der gewoehnliche Eichenmehltau ist ein weit verbreiteter Pilz und kein Quarantaeneorganismus. Weist das Bild dagegen auf einen in der Verordnung (EU) 2019/2072 gelisteten Organismus hin, muss die zustaendige nationale Behoerde informiert werden, und befallenes Material darf nicht privat verbracht, verkauft oder entsorgt werden.

Was mache ich mit dem Falllaub?

Bei gewoehnlichem Mehltau an Jungpflanzen und Baumschulware senkt das Aufnehmen des Falllaubs die Sporenmenge direkt neben den Knospen des naechsten Jahres. Besteht irgendein Verdacht auf einen meldepflichtigen Organismus, fassen Sie das Material nicht an, sondern wenden sich zuerst an die Behoerde.