Dr. Phyto

Echter Mehltau (Zierpflanzen)

Golovinomyces sp.

Symptome

Ein weiß-bis-grauer mehliger Belag breitet sich über die Blattoberseite, Triebe und Blütenknospen aus; darunter vergilbt das Gewebe, junge Blätter können sich kräuseln oder gestaucht bleiben; starke Befälle lassen die Blätter bräunen und vertrocknen. Anders als Falscher Mehltau sitzt der Belag OBEN und lässt sich abwischen; am schlimmsten bei warmen Tagen mit kühlen, feuchten Nächten und dichten, schattigen Pflanzen.

Leicht verwechselt mit

  • Chrysanthemen-Weißrost

    So unterscheidet man sie: Puccinia horiana (Chrysanthemen-Weissrost) zeigt sich zuerst als kleine blassgruene bis gelbliche, eingedellte Flecken auf der OBERSEITE des Blattes; dreht man das Blatt um, findet man genau darunter erhabene, rosa- bis hellbraun-weissliche, blasenartige Pusteln (Telien) - fest, wachsartig und durch die Epidermis aufbrechend. Sie gedeiht bei kuehlen, feuchten Bedingungen mit Blattnaesse (15-25C). Golovinomyces sp. (Echter Mehltau) bildet dagegen einen oberflaechlichen, trockenen, staubig-weissen, mehligen Belag, der sich mit dem Finger abwischen laesst und OBEN auf Blattober­seite, Stielen und Knospen sitzt - ohne Pusteln auf der Unterseite, eher filzig als blasig. Er bevorzugt warme Tage mit trockenen Blaettern, aber feuchte Naechte. Der entscheidende Test: aufbrechende Pusteln auf der Blattunterseite = Weissrost (ein EU-Quarantaeneschaderreger); abwischbarer Staub ohne etwas darunter = Echter Mehltau. Weissrost ist meldepflichtig - melden Sie jeden Verdachtsfall vor jeder Behandlung Ihrer nationalen Pflanzenschutzbehoerde (NPPO).

  • Bohnenspinnmilbe
  • Grauschimmel

    So unterscheidet man sie: Botrytis cinerea (Grauschimmel) tritt als pelziger, graubrauner Schimmelrasen auf, meist auf beschädigtem, alterndem oder vom Regen nassem Gewebe — welkenden Blütenblättern, Knospen und weichen Stängeln, die braun, wässrig und matschig werden und zusammenfallen. Beim Berühren stäubt eine Wolke grauer Sporen ab, das Gewebe darunter ist faulig und weich. Er gedeiht bei kühler, feuchter, stehender Luft. Golovinomyces sp. (Echter Mehltau) überzieht dagegen lebende, ansonsten gesunde grüne Blätter mit einem trockenen, flachen weiß-gräulichen Pulver, das sich mit dem Finger abwischen lässt; es beginnt typischerweise als runde, abgegrenzte Flecken auf der Blattoberseite und breitet sich dann aus. Das Blatt bleibt fest (keine Fäulnis), kann aber vergilben und sich einrollen. Echter Mehltau bevorzugt warme Tage mit trockenen Blättern und feuchte Nächte.

  • Weißstängeligkeit

    So unterscheidet man sie: Golovinomyces sp. (Echter Mehltau) zeigt einen trockenen, staubigen, weiß-gräulichen mehligen Belag, der oben auf Blattoberseiten, Stängeln und Blütenknospen sitzt und sich mit dem Finger abwischen lässt, wobei das grüne Gewebe darunter unversehrt bleibt; er breitet sich bei warmen, trockenen und dicht stehenden Beständen aus und tötet die Pflanze selten. Sclerotinia sclerotiorum (Weißstängeligkeit/Weißfäule) bildet dagegen ein dichtes, watteartiges, feucht wirkendes weißes Myzel, das sich an der Stängelbasis und an bereits aufweichendem Gewebe konzentriert, begleitet von wässrig-braunen Faulstellen, plötzlichem Welken und Stängelkollaps. Das entscheidende Merkmal sitzt im oder am faulenden Stängel: Sclerotinia bildet harte, unregelmäßige schwarze Sklerotien in Größe von Mäusekot, die Echter Mehltau nie hervorbringt. Kühle, feuchte, nasse Bedingungen und eine schleimige Weichfäule sprechen für Sclerotinia, nicht für Echten Mehltau.

Behandlung

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