Dr. Phyto
Falscher Apfelwickler
Thaumatotibia leucotreta
⚠ EU-meldepflichtiger Quarantäne-Organismus
Symptome
Die Raupe bohrt sich in Früchte (Zitrus, Paprika, Hagebutten, Steinobst u.v.a.) und hinterlässt ein kleines, oft mit Kot umrandetes Einbohrloch; um das Loch vergilbt oder bräunt die Schale vorzeitig, die Frucht fault innen und fällt ab; Sekundärfäulen folgen. Anders als der echte Apfelwickler hat sie ein sehr breites Wirtsspektrum.
Leicht verwechselt mit
- Herbst-Heerwurm
So unterscheidet man sie: Beide bohren sich in Paprikafrüchte (Capsicum annuum), aber Larven und Schadbild unterscheiden sich. Spodoptera frugiperda (Herbst-Heerwurm) frisst vor allem an Blättern und am Vegetationspunkt: Achten Sie auf zerfetzten, fensterartigen Fraß und große unregelmäßige Löcher in den Blättern, mit feuchten, sägemehlartigen Kotmassen im Blatttrichter und auf dem Laub; die Raupe ist glatt, bis ~40 mm, grünlich bis braun mit einem hellen umgekehrten Y auf dem Kopf und vier schwarzen Punkten in Quadratform auf dem vorletzten Segment. Thaumatotibia leucotreta (Falscher Apfelwickler) ist ein reiner Fruchtbohrer: Achten Sie auf ein einzelnes kleines (1-2 mm) Einbohrloch an der Fruchtoberfläche, umgeben von einem eingesunkenen, oft gelb bis violett verfärbten Hof, mit klebrigem Kot am Loch sowie vorzeitiger Reife und Fäule im Inneren; die Larve ist kurz (~15 mm), rosa-rot mit dunklem Kopf und lebt verborgen in der Frucht. Sitzt der Schaden hauptsächlich an Blättern und im Trichter, ist der Herbst-Heerwurm wahrscheinlich; zeigt die Frucht einen verfärbten Hof um ein kotverstopftes Loch und eine rosa Larve im Inneren, ist es der Falsche Apfelwickler. BEIDE sind in der EU meldepflichtige Quarantäneschädlinge — melden Sie jeden Verdacht sofort Ihrer nationalen Pflanzenschutzorganisation (NPPO).
- Blütenendfäule
So unterscheidet man sie: Schäden durch Thaumatotibia leucotreta (Falscher Apfelwickler) zeigen ein kleines rundes Larven-Einbohrloch an der Paprikafrucht — oft nahe dem Kelch oder seitlich, nicht zwingend an der Spitze — häufig umgeben von klebrigem braunem Kot (Frass). Schneidet man die Frucht auf, findet man einen inneren Fraßgang und eine cremefarben-rosa Raupe; die Fäule breitet sich vom Bohrloch nach innen aus. Die Haut um das Loch färbt sich oft vorzeitig (gelb/rot), während der Rest noch grün ist. Blütenendfäule (abiotic_blossom_end_rot) ist eine Kalziummangel-Störung: ein trockener, lederartiger, eingesunkener dunkelbrauner bis schwarzer Fleck genau am Blütenende (unten), OHNE Loch, OHNE Kot und OHNE Insekt im Inneren — das Gewebe ist flach und papierartig, nicht durchbohrt.
- Grauschimmel
So unterscheidet man sie: Thaumatotibia leucotreta (Falscher Apfelwickler) ist ein innerer Bohrer von Rosenknospen und Hagebutten: Achten Sie auf ein winziges, stecknadelkopfgroßes Einbohrloch, körnigen braunen Kot (Frass) und Gespinst im Inneren sowie eine kleine rosa-cremefarbene Raupe mit dunklem Kopf, wenn Sie die Knospe öffnen. Die Knospe bräunt und bricht von innen heraus zusammen und fällt oft vorzeitig ab, jedoch OHNE flaumigen Belag. Botrytis cinerea (Grauschimmel) überzieht dagegen die Oberfläche von Blütenblättern und Knospen mit einer weichen, wässrig-braunen Fäule, die bei kühlem, feuchtem Wetter rasch einen typischen flaumig grau-braunen Sporenrasen (wie Filz) bildet; beim Drücken stäuben graue Sporen aus, und es gibt keine Raupe, kein Bohrloch und keinen Kot. Wichtigstes Merkmal: Öffnen Sie die faulende Knospe — Kot + Larve = die Motte; pelziger grauer Sporenbelag + kein Insekt = Grauschimmel.
Behandlung
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