Dr. Phyto
Pistazien-Zweigsterben
Pestalotiopsis pistaciae
Leicht verwechselt mit
- Pistazien-Blattbrand (Septoria)
So unterscheidet man sie: Septoria pistaciae verursacht kleine (1-5 mm) runde Blattflecken, die über die Oberseite der Fiederblätter verstreut sind; jeder Fleck hat ein hellbraun-graues Zentrum mit einem scharf abgegrenzten purpurbraunen Rand. Mit der Lupe erkennt man im hellen Zentrum winzige eingebettete schwarze Punkte (Pyknidien), die bei feuchtem Wetter dünne weißliche Fäden (Cirren) ausscheiden; die Flecken bleiben klein und zahlreich und führen bei starkem Befall zu frühem Blattfall. Pestalotiopsis pistaciae erzeugt dagegen größere, diffusere braun- bis gräulich-nekrotische Flecken, die oft an der Blattspitze oder am Rand beginnen und in unregelmäßigen Zonen nach innen vordringen, häufig mit schwacher konzentrischer (zielscheibenartiger) Bänderung. Ihre Fruchtkörper sind flachere schwarze Acervuli, die bei Feuchtigkeit klebrige schwarze Sporenmassen (oft mit feinen borstigen Setae) ausstoßen und dem toten Gewebe ein rußig-verschmiertes Aussehen geben statt scharfer, purpurgerandeter Punkte.
- Pistazienrost
So unterscheidet man sie: Pileolaria terebinthi (Pistazienrost) zeigt rotbraune bis violette, leicht eckige Flecken mit gelblichem Hof, vor allem auf der UNTERseite des Blattes; reif werden daraus raue, krustige, schorfartige dunkelbraune Telien, das Blatt rollt sich oder wird wellig und fällt früh ab. Pestalotiopsis pistaciae erzeugt dagegen graubraune, oft konzentrisch gezonte Nekroseflecken mit dunklerem Rand, besetzt mit winzigen SCHWARZEN, stecknadelkopfgroßen Acervuli, die bei Feuchte eine dunkle, schleimige Sporenmasse austreten lassen, und greift häufig auf den Trieb über (Triebspitzensterben). Also: orange-rostige eckige Flecken und krustige Telien auf der Blattunterseite sprechen für den Rost, graue gezonte Flecken mit schwarzen Pünktchen plus Triebsterben für Pestalotiopsis.
- Septoria-Blattfleckenkrankheit der Pistazie
So unterscheidet man sie: An Pistazienblättchen viele kleine (1-4 mm), rundliche bis eckige braune Flecken, jeder von einem gelben (chlorotischen) Hof umgeben; die Flecken bleiben flach und trocken und fließen oft zu größeren rotbraunen Blattflecken zusammen, was im Spätsommer zu starkem Blattfall führt. Gegen das Licht gehalten zeigen die nekrotischen Zentren nur winzige dunkle Fruchtkörper (Pseudothecien/Pyknidien), niemals eine glänzend schwarze, schleimige Sporenmasse. Der Schaden bleibt auf die Blattspreite beschränkt und die Krankheit breitet sich bei feucht-nasser Witterung aus. Pestalotiopsis-Läsionen beginnen ebenfalls als braune Blattflecken, vergrößern sich aber zu graubraunen nekrotischen Bereichen mit dunklerem braunem Rand und sitzen häufig an Blattspitze oder -rand statt verstreut auf der Spreite. Das diagnostische Merkmal liegt auf dem abgestorbenen Gewebe: winzige erhabene TIEFSCHWARZE Fruchtkörper (Acervuli), die bei Feuchtigkeit eine glänzend schwarze Sporenmasse austreten lassen; entscheidend ist, dass der Pilz danach in Zweige und Triebe eindringt und Krebsstellen sowie Triebspitzensterben verursacht, was Mycosphaerella nie tut. Besonders bei gestressten oder verletzten Bäumen verdächtig.
- Verticillium-Welke der Pistazie
So unterscheidet man sie: Pestalotiopsis pistaciae (pilzliche Blatt-/Zweigfäule): Achten Sie auf Blätter und dünne Zweige. Die Nekrose beginnt am Blattrand oder an der Spitze als grau-braune bis aschgraue tote Flecken, oft mit einem dunkleren braunen Rand zwischen totem und grünem Gewebe. Auf älteren Läsionen erscheinen winzige schwarze Fruchtkörper (Acervuli) als erhabene Pünktchen, die bei Feuchtigkeit schwarze, rankenartige Sporenmassen ausscheiden. Das Zweigsterben schreitet von der Spitze nach innen fort, befallene Triebe zeigen oft kleine Rindenkrebse. Symptome sind verstreut und schlimmer bei warm-feuchtem Wetter. Verticillium dahliae (Gefäßwelke): Das entscheidende Merkmal ist innen — schält man die Rinde eines welkenden Astes ab, sieht man braune bis dunkle Streifen im Holz (Gefäßverfärbung); die Blattoberfläche hat keine schwarzen Fruchtpünktchen. Ganze Triebe oder eine Seite des Baumes welken, die Blätter verbräunen vom Rand nach innen, bleiben aber hängen, oft in einem plötzlichen einseitigen (sektoralen) Muster wegen blockierter Wasserleitbahnen. Es gibt keine Acervuli oder Sporenranken an der Oberfläche. Symptome verstärken sich bei Trockenstress und hängen mit verseuchtem Boden zusammen, nicht mit feuchter Luft.
Behandlung
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