Dr. Phyto

Mispel-Blattflecken

Diplocarpon mespili

Mispel-Blattflecken — Diplocarpon mespili
Mispel-Blattflecken · James Lindsey (CC BY-SA 3.0)

Symptome

Kleine violett-rote Flecken mit grauen Zentren auf jungen Blättern, Flecken verschmelzen, in schlimmen Jahren Entlaubung, Fruchtflecken bei Mispel.

Leicht verwechselt mit

  • Feuerbrand

    So unterscheidet man sie: Diplocarpon mespili (Entomosporium-Blattfleckenkrankheit) zeigt viele kleine, getrennte runde bis eckige Flecken über die ganze Blattspreite verteilt, jeder rötlich-purpurn bis braun mit dunklerem Rand; im reifen Zustand erkennt man winzige schwarze, stecknadelkopfgroße Fruchtkörper (Acervuli) in der Fleckenmitte, starker Befall färbt die Blätter rötlich und führt zu frühem Blattfall, aber Zweige und Triebe bleiben am Leben. Erwinia amylovora (Feuerbrand) bildet KEINE verstreuten runden Flecken – stattdessen bräunen oder schwärzen ganze Triebspitzen, Blüten und Blätter und sterben gemeinsam von der Spitze nach unten ab, die Blätter bleiben hängen wie vom Feuer versengt, junge Triebe krümmen sich zum typischen 'Hirtenstab', und bei warm-feuchtem Wetter treten milchig-bernsteinfarbene Bakterienschleimtropfen an Stängeln und jungen Früchten aus. Merkmal: viele einzelne Flecken mit schwarzen Punkten = Blattfleckenpilz; ein durchgehendes braun-schwarzes Absterben den Trieb hinab mit hakenförmiger Spitze und klebrigem Schleim = Feuerbrand. Feuerbrand ist ein EU-Quarantänebakterium und muss gemeldet werden.

  • Bakterielle Blattfleckenkrankheit

    So unterscheidet man sie: Bei Photinia × fraseri beginnt Diplocarpon mespili (Entomosporium-Blattfleckenkrankheit) als winzige runde, leuchtend rote bis weinrote Flecken auf alten und neuen Blättern; mit dem Altern werden die Zentren graubraun und bilden in der Mitte einen winzigen glänzend schwarzen, stecknadelkopfgroßen Fruchtkörper (Acervulus) — dieser erhabene schwarze Punkt ist mit der Lupe erkennbar, diagnostisch und fehlt bei der bakteriellen Krankheit. Pseudomonas syringae pv. syringae erzeugt dagegen dunklere braun-schwarze, eckige und von den Blattadern begrenzte Flecken, oft wässrig und am Rand im Gegenlicht durchscheinend, manchmal mit schmalem gelbem Hof, und tritt vor allem bei kühlnassem Frühjahrswetter an jungen Trieben und Blatträndern auf, häufig mit Triebsterben und ohne schwarzen Fruchtpunkt. Kurz: zentraler glänzend schwarzer Punkt und runde rote Flecken bei Entomosporium, gegenüber eckigen, aderbegrenzten, wässrigen Flecken mit Triebsterben bei Pseudomonas.

  • Echter Mehltau der Kirsche

    So unterscheidet man sie: Beide befallen Weißdornblätter, sehen aber anders aus. Podosphaera clandestina (Weißdorn-Mehltau) ist ein oberflächlicher weiß-bis-grauer mehliger Belag OBEN AUF dem Blatt, lässt sich abwischen und verkrümmt junge Triebspitzen. Diplocarpon mespili (Mispel-Blattflecken) bildet einzelne violett-rote bis braune Flecken mit helleren grauen Zentren IM Blattgewebe — sie lassen sich nicht abwischen, tragen oft ein winziges dunkles Pünktchen (Acervulus) im Zentrum, verschmelzen zu Flecken und verursachen starken Blattfall statt verkrümmter Triebe.

  • Stemphylium-Blattbräune der Birne

    So unterscheidet man sie: An Quitten- und Birnenblättern verursacht Diplocarpon mespili (Entomosporium-Blattfleckenkrankheit) viele kleine, runde rote bis rotbraune Flecken, die meist eine etwas dunklere oder grau-violette Mitte haben. Das entscheidende Merkmal ist ein winziges, dunkles, erhabenes Fruchtkörperchen (Acervulus) in der Mitte reifer Flecken — mit der Lupe wirkt es wie ein kleiner schwarzer Punkt oder ein insektenförmiges Pünktchen. Die Flecken bleiben weitgehend rund, sitzen dicht über die ganze Blattspreite verteilt und fließen bei starkem Befall zusammen, was Vergilbung und frühen Blattfall auslöst. Die Krankheit bevorzugt kühle, nasse Frühjahrsbedingungen mit Spritzwasser auf jungem Laub. Stemphylium vesicarium (Braunfleckenkrankheit) an Quitte und Birne beginnt als kleine rotbraune bis dunkle nekrotische Tüpfel, die sich zu unregelmäßigen braunen Läsionen vergrößern, oft mit blasserem, hellbraunem Zentrum und einem diffusen rötlichen oder violetten Hof am Rand. Anders als Entomosporium fehlt der deutliche schwarze Fruchtkörper in der Mitte; die Nekrose wirkt diffuser und wässrig, und die Läsionen häufen sich oft an Blatträndern und -spitzen. An der Frucht bildet sich eine dunkle, eingesunkene runde Fäule. Begünstigt wird sie durch warm-feuchtes Sommerwetter und ist mit abgestorbenem Pflanzenmaterial (z. B. alternde Blätter oder Unkräuter in der Nähe) als Infektionsquelle verbunden.

Behandlung

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