Dr. Phyto
Sonnenbrand / Blattverbrennung
abiotic_sunburn_ornamental
Symptome
Gebleichte, papierige Stellen zwischen den Blattadern auf der sonnenexponierten Seite, knusprig-braune Blattränder, keine Schädlings- oder Pilzzeichen, Schaden binnen Stunden nach Sonneneinstrahlung.
Leicht verwechselt mit
- Trockenstress
So unterscheidet man sie: Trockenstress am Fächerahorn zeigt sich zuerst an den ÄLTESTEN, inneren und unteren Blättern und schreitet gleichmäßig über die gesamte Krone fort, unabhängig von der Lichteinwirkung. Die Verbräunung beginnt an den Blatträndern und im Bereich zwischen den Blattadern, das Gewebe wird hellbraun bis beige, papierartig und spröde, und das ganze Blatt rollt sich oft ein und welkt, bevor es braun wird. Der Schaden folgt dem Bewässerungsmuster (schlimmer in Trockenperioden, auf der Windseite oder bei wurzelbeengten Pflanzen) und der Boden ist mehrere Zentimeter tief ausgetrocknet. Sonnenbrand hingegen beschränkt sich auf die Blätter und Blattteile, die der stärksten Nachmittagssonne ausgesetzt sind (Süd-/Westseite, Kronenoberseite, freistehende Außenkanten), während beschattete Innenblätter oft völlig grün bleiben. Sonnenbrandschäden sind scharf begrenzt, häufig zunächst ein gebleichter silbrig-weißer oder rötlich-bronzefarbener Fleck auf der oberen, sonnenbeschienenen Blattfläche, mit klarer Grenze zum Schatten und ohne allgemeines Welken.
- Verticillium-Welke
So unterscheidet man sie: Bei Acer palmatum erzeugt abiotischer Sonnenbrand einen gleichmäßigen Rand- und Zwischennervenbrand mit knusprigen, papierartigen hellbraunen Blattkanten, gleichmäßig in der am stärksten der Sonne und dem Wind ausgesetzten äußeren Krone verteilt, ohne Welke des grünen Gewebes und ohne Verfärbung im Holz. Verticillium dahliae verursacht dagegen plötzliches einseitiges Welken und Blattbräune, das auf einen einzelnen Ast oder Kronensektor beschränkt ist; die Blätter rollen sich ein und brechen zusammen, während sie noch teilweise grün sind, und beim Abschälen der Rinde eines befallenen Astes zeigt sich die verräterische olivgrüne bis graubraune Streifung im Splintholz. Das entscheidende Zeichen ist diese innere Gefäßverfärbung und das ast- bzw. sektorweise Absterben bei Verticillium gegenüber dem gleichmäßigen, nur oberflächlichen, expositionsbedingten Brand des Sonnenbrands.
- Staunässe / Überwässerung
So unterscheidet man sie: Überwässerung und Sonnenbrand (Blattverbrennung) am Nestfarn (Asplenium nidus) erzeugen beide Braunfärbung, aber an unterschiedlichen Stellen und mit unterschiedlicher Beschaffenheit. Überwässerung lässt zuerst Zentrum und Basis der Rosette braun werden: die Wedelbasen werden weich, dunkelbraun und matschig, das Herz riecht oft säuerlich, das Substrat bleibt nass, und die unteren bzw. inneren Wedel vergilben und kippen schlaff um. Sonnenbrand bleicht dagegen die am stärksten dem Licht ausgesetzten oberen oder nach außen zeigenden Wedel: er beginnt als blassgelb-weiße Flecken, die zu krustig-papierartigem hellbraunen Gewebe austrocknen, die betroffenen Bereiche zeigen zur Lichtquelle, und Substrat und Herz bleiben fest und gesund. Faustregel: nass, weich, matschig und zentral heißt zu viel Wasser; trocken, knusprig, gebleicht und auf der Sonnenseite heißt zu viel Licht.
- Kalkchlorose
So unterscheidet man sie: Bei Hydrangea macrophylla zeigt die Kalkboden-Chlorose ein gleichmäßig blassgelbes Gewebe zwischen den Blattadern bei deutlich grün bleibendem Adernetz; sie tritt ZUERST und am stärksten an den JÜNGSTEN Blättern an den Triebspitzen auf, gleichmäßig über den ganzen Strauch und unabhängig von der Ausrichtung des Blattes, wobei das Blatt weich und flach bleibt. Der Sonnenbrand / Blattbrand dagegen zeigt ausgebleichte weißlich-bräunliche, papierartige Flecken nur auf der der SONNE ZUGEWANDTEN Seite EXPONIERTER äußerer und oberer Blätter (beschattete und innen liegende Blätter bleiben unversehrt); das geschädigte Gewebe fühlt sich trocken, brüchig und knusprig an, die BlattRÄNDER werden braun und rollen sich ein, und der Schaden kann innerhalb von Stunden nach starker Sonne auftreten statt langsam zu entstehen. Schnelltest: vergilbende jüngste Blätter überall = Eisen-/Mangan-Blockade (Chlorose); ausgebleichte spröde Flecken mit braunen, knusprigen Rändern nur an den sonnigen Außenblättern = Sonnenbrand. Beides ist abiotisch, ohne Flecken, Schimmel, Gespinst oder Insekten.
- Hortensien-Blattflecken
So unterscheidet man sie: Sonnenbrand (Blattverbrennung) und Cercospora hydrangeae (Hortensien-Blattfleckenkrankheit) hinterlassen beide braune, abgestorbene Stellen an Hydrangea macrophylla, doch Sonnenbrand zeigt KEINE einzelnen Flecken: er bleicht ganze Bereiche zwischen den Blattadern papierartig hellbraun aus, ausschließlich auf der oberen, der Sonne zugewandten Seite freistehender Blätter, mit knusprig braunen Rändern, und tritt plötzlich innerhalb von Stunden nach starker Sonne auf, oft wenn eine schattig gewöhnte Pflanze in die volle Sonne gestellt wurde. Cercospora bildet dagegen viele kleine, einzelne, runde bis eckige purpurbraune Flecken mit deutlich hellerer, tan- bis graufarbener Mitte (manchmal mit dünnem dunklem Ring), zuerst an den ältesten unteren und inneren Blättern, und verschlimmert sich bei warmem, feuchtem, spritzwassernassem Wetter. Das Punktmuster mit hellen Zentren, gleichmäßig auf schattigen wie besonnten Blättern verteilt, ist Cercospora; eine gleichmäßige Ausbleichung nur auf den am stärksten besonnten Blattseiten ohne einzelne Flecken ist Sonnenbrand.
Behandlung
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